Grün, grün, grün sind alle meine Farben. Oder: Kriterien zur Auswahl einer Öko-Druckerei.

Öko-Druckerei ist nicht gleich Öko-Druckerei. Sicherlich hast du schon festgestellt, dass sich immer mehr Druckereien als besonders umweltschonende Produktionsbetriebe darstellen. Nachhaltige Druckprodukte werden immer häufiger angefragt. Die (vermeintlich) ökologische Ausrichtung von Druckereien wird also zunehmend zum Kriterium für die Vergabe von Aufträgen. Da liegt es natürlich nahe, sich als Druckerei ein Öko-Mäntelchen überzuziehen, um sich ggf. den einen oder anderen Auftrag zu sichern & auf einfache Weise das Gewissen von Auftraggebern zu beruhigen.
Der Begriff Öko-Druckerei ist nicht geschützt. Jede Druckerei darf sich Öko-Druckerei nennen!
Auf der anderen Seite gibt es Druckereien, die unermüdlich, fortlaufend & konsequent an der Umweltverträglichkeit ihres Unternehmens arbeiten. Teilweise unter Einsatz großer finanzieller sowie personeller Ressourcen. Die Unterscheidung zwischen Druckereien, die es ernst meinen & jenen, für die Umweltschutz nur eine Marketingmaßnahme ist, fällt mitunter nicht leicht.

Der folgende Artikel soll dir etwas mehr Klarheit über Umweltschutzmaßnahmen in Druckereien verschaffen. Er soll dich dazu befähigen, Druckbetriebe zu identifizieren, die sich aufrichtig & mit sinnvollen Maßnahmen für den Umweltschutz stark machen.


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Buzzword-Bingo im Öko-Dschungel

In der grafischen Industrie kursieren vielfältige Begriffe, um die ökologische Ausrichtung von Druckereien zu kommunizieren. Eine standardisierte Bezeichnung gibt es nicht und so tummeln sich hier schwammige sowie teilweise kontextuell falsche Begrifflichkeiten, die suggerieren sollen, dass hier ganz sauber, umweltfreundlich & im Einklang mit der Natur gedruckt wird.

Hier ein paar Kostproben:

  • Nachhaltiges Drucken
  • Öko-Druck
  • Bio Druck
  • Green Printing
  • Ökodruckerei
  • Klimaneutrales Drucken
  • Eco Printing
  • CO2-Kompensiertes Drucken
  • Umweltdruckerei
  • CO2-neutraler Druck
  • Klima Druck
  • Emissionsfreies Drucken
  • Grüne Druckerei

Es gibt also Druckereien, die sich als umweltfreundlich bezeichnen, wenn nur – etwas überspitzt formuliert – der Abfall korrekt getrennt wird. Das baut nicht gerade Vertrauen auf & macht die Auswahl wirklich engagierter Druckereien nicht einfacher.

Was zeichnet eine Öko-Druckerei aus?

Eine einheitliche Definition kann ich dir hier leider nicht liefern – die existiert schlicht nicht. Nach meiner Auffassung lässt sich aber folgendes behaupten:
Eine ökologisch ausgerichtete Druckerei arbeitet systematisch & konsequent an der Verbesserung ihrer Umweltleistung. Das Ziel dieser Bestrebungen ist es, die vielfältigen Umweltbelastungen, welche sich durch den Druckereibetrieb ergeben, zu detektieren & auf das absolute Minimum zu reduzieren.

Dieses edle Ziel ist selbstverständlich nie erreicht. Neue Produkte, Technologien, Berechnungsmodelle, Anforderungen sowie Erkenntnisse machen einen zirkulierenden, sich ständig in Frage stellenden Prozess notwendig. Die Verbesserung von Umweltleistungen sollte daher immer an einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) gekoppelt sein. Das eigene Handeln ist jedoch nur eine von vielen Stellschrauben. Selbstverständlich sollte eine Öko-Druckerei auch ihre Zulieferer (wie beispielsweise Farben- & Papierhersteller, Stromerzeuger) unter ökologischen Gesichtspunkten auswählen. Letztlich ist auch der Druckereikunde über die ökologischen Aspekte seines Einkaufsverhaltens umfassend zu informieren. Denn die Auswahl von Materialen, passgenauen Auflagen & Drucktechnologien haben mitunter den größten Einfluss auf die Ökobilanz gedruckter Publikationen.

Ich möchte auch erwähnen, dass die Herstellung von Druckereierzeugnissen (zum gegenwärtigen Stand der Technik) kein umweltfreundlicher Prozess ist & möglicherweise auch nie sein wird. Die Produktion von Gütern & Bereitstellung von Dienstleistungen beeinflusst unsere Umwelt immer & leider überwiegend negativ. Das Ausmaß der Schädigung lässt sich aber unter bestimmten Bedingungen massiv verringern. Eine Öko-Druckerei ist folglich kein Betrieb, der die Umwelt überhaupt nicht schädigt. Eine ökologisch ausgerichtete Druckerei nimmt aber Anstrengungen in Kauf, um diese Belastung so gering wie möglich zu halten.

Handelt eine Öko-Druckerei auch nachhaltig?

Viele Druckereien, welche sich den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben haben, behaupten auch, nachhaltig zu sein. In meinen Augen ist diese Vermengung nicht korrekt. Denn die Ökologie ist nur ein Bereich des Nachhaltigkeitsbegriffes. Sprich, ein Unternehmen, dass nachhaltig agiert, ist auch immer der Ökologie verpflichtet. Andersherum gilt dies jedoch nicht.

Beschäftigt sich eine Druckerei neben ökologischen Aspekten auch mit wirtschaftlichen & sozialen Themen, können wir (eher) von einem nachhaltig agierenden Produktionsbetrieb sprechen. Hierbei beschäftigen sich entsprechende Unternehmen beispielsweise mit folgenden Themen:

  • Senkung von Arbeitszeiten
  • Weitestgehend freie Einteilung der Arbeitszeit
  • Gleichstellung von Frau & Mann
  • Einheitslohn für alle Angestellten
  • Ethische Finanzdienstleistungen
  • Unterstützung von (gemeinnützigen) Organisationen mit Geld- & / oder Sachleistungen

Aber auch der Nachhaltigkeitsbegriff ist nicht normiert & es existieren hierzu verschiedene Denkmodelle. Es gibt sogar grundsätzliche Kritik am Nachhaltigkeitsdiskurs. Es lässt sich aber vielleicht behaupten, dass Nachhaltigkeit immer die Ökologie, Ökonomie sowie das Soziale mit einschließen sollte.

An dieser Stelle lässt sich dieses Thema nicht erschöpfend behandeln. In einem späteren Artikel berichte ich ausführlicher & grundsätzlicher über den Nachhaltigkeitsbegriff.

Wie identifizierst du Druckereien, für die Nachhaltigkeit mehr als ein Marketinginstrument ist?

Es ist mitunter nicht leicht, Druckereien zu identifizieren, die es wirklich ernst meinen mit dem Umweltschutz. Es gibt auch nicht DIE umweltfreundliche Druckerei. Vielmehr setzt sich das Bestreben aus vielen Einzelmaßnahmen zusammen & einige wenige Maßnahmen sind noch immer besser als überhaupt keine. Dennoch möchte ich dich folgend für dieses Thema etwas sensibilisieren, denn eine Öko-Druckerei, die große Anstrengungen unternimmt, um die eigene Umweltleistung zu verbessern, sollte im Zweifel gegenüber der Druckerei, für die Umweltschutz nur eine Marketingmaßnahme ist, bevorzugt werden.

Folgend erläutere ich die gängigsten Zertifizierungen & Maßnahmen, mit denen Druckereien gerne ihr ökologisches Handeln belegen & kommunizieren.

Zertifizierungen

Eine Zertifizierung belegt die Einhaltung von definierten Anforderungen. Dies kann auf Produkt- & / oder Prozessebene geschehen. Eine Organisation, die nach einem bestimmten System zertifiziert ist, kann mit dieser Zertifizierung nach Außen belegen, dass innerbetrieblich bestimmte Anforderungen erfüllt werden. Im Bereich des Umweltschutzes sprechen wir dabei überwiegend von Umweltmanagementsystemen (UMS).

Zertifizierungen nähren eine ganze Industrie & nicht immer sind diese frei von Kritik. Viele, insbesondere kleinere Betriebe, scheuen die teilweise hohen Ausgaben & Anforderungen für entsprechende Maßnahmen & entsagen sich ganz bewusst dem Zertifizierungswahn. Dies wiederum sagt aber nichts über die Arbeitsqualität aus. Eine Druckerei, welche sich nicht zertifizieren lässt, kann dennoch eine bessere Umweltleistung haben, als eine Organisation, die nach einem bestimmten Umweltmanagementsystem zertifiziert ist. Eine Zertifizierung ist daher immer nur ein Indiz, wird aber oft von großen Auftraggebern verlangt, um überhaupt Druckjobs in entsprechenden Druckereien zu platzieren. Folgend findest du Infos zu den relevantesten Zertifizierungen nebst einer persönlichen Einschätzung.

EMAS

EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) wurde von der EU entwickelt & ist ein Umweltmanagementsystem für Organisationen, die Ihre Umweltleistung verbessern möchten. Die EMAS gilt als das anspruchsvollste System für nachhaltiges Management. Unternehmen, die sich zertifizieren lassen möchten, müssen alle unternehmerischen Umweltaspekte ermitteln & deren Auswirkungen bewerten. Das Verfassen einer Umweltpolitik gehört ebenso zum Zertifizierungsprozess, wie das Definieren konkreter Umweltziele, Maßnahmen, Aufgaben sowie Zuständigkeiten. Es muss zudem ein Dokumentations- & Informationssystem aufgebaut werden. Die Wirksamkeit des aufgebauten Umweltmanagementsystems wird durch einen offiziell bestellten Umweltgutachter regelmäßig festgestellt.

Der in meinen Augen größte Benefit dieses Systems ist die Umwelterklärung, die alle 1-2 Jahre (je nach Unternehmensgröße) verfasst & der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden muss. Nach EMAS zertifizierte Organisationen machen Fortschritte bei der Verbesserung ihrer Umweltleistung also transparent & damit für außenstehende Interessengruppen bewertbar. Zudem benötigt eine Zertifizierung nach EMAS eine hohe Lern- & Organisationsbereitschaft. Schließlich muss ein funktionierendes Umweltmanagement von allen Mitarbeitern sowie dem Management gelebt werden, damit dieses funktioniert.

Dieses Umweltmanagementsystem ist sicherlich ein starkes Indiz für den gelebten Umweltschutz in einer Öko-Druckerei. Der Aufwand für diese Zertifizierung ist hoch & die Verbesserung der Umweltleistung einigermaßen transparent. Für dich als Drucksacheneinkäufer kann es sich lohnen, einige Umweltberichte zu lesen, um Fortschritte in Bezug auf die Umweltleistung einer Druckerei zu erkennen, an die du ggf. in Zukunft Druckjobs vergeben möchtest.

ISO 14001

Ebenfalls ein Umweltmanagementsystem stellt die ISO 14001 dar. Es ist ähnlich aufgebaut wie die EMAS, allerdings müssen Firmen, die sich nach der ISO 14001 bewerten lassen möchten, keine Umwelterklärung veröffentlichen. Auch ist nicht klar, wie oft eine einmal ausgestellte Zertifizierung überprüft wird & wie lange diese gültig ist.

In meinen Augen ist die ISO 14001 daher ein eher schwaches Indiz für ein umweltfreundliches Unternehmen. Viele Druckereien, die nach ISO 14001 zertifiziert sind, sind dies aber auch nach EMAS.

Hinweis zu EMAS & ISO 14001: Umweltmanagementsysteme belegen nicht zwangsläufig das umweltfreundliche Handeln von Organisationen. Alle Organisationen können sich entsprechend zertifizieren lassen. Dazu gehören beispielsweise auch Kohle- & Atomkraftwerke. Umweltmanagementsysteme verlangen auch keine Umweltmindestleistung. Die Vergleichbarkeit von Umweltleistungen unterschiedlicher Betriebe ist aufgrund fehlender Kennzahlen kaum möglich.

Produktkettenzertifizierung nach FSC oder PEFC

Der FSC (Forest Stewardship Council) ist eine Non-Profit-Organisation, die ein System zur Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft entwickelt hat. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes). Du kennst diese Siegel bestimmt von Papieren oder anderen Holzerzeugnissen. Der FSC & auch das PEFC bietet Druckereien (sowie ggf. deren Weiterverarbeitungsbetrieben) zusätzlich eine Produktkettenzertifizierung an. Diese soll sicherstellen, dass in dem herzustellenden Produkt tatsächlich FSC- oder PEFC-zertifiziertes Papier zum Einsatz kommt. Ausschließlich Druckprodukte, die aus diesen zertifiziertem Papieren von Druckbetrieben mit einer entsprechenden Produktkettenzertifizierung hergestellt werden, dürfen das FSC, bzw. PEFC Siegel tragen.

Ich kenne Druckereien, die ausschließliche eine FSC- oder PEFC-Zertifizierung besitzen & hiermit ein gewisses Umweltbewusstsein suggerieren. Auch sind der FSC & das PEFC & seine Zertifizierungspolitik nicht frei von Kritik. Ich denke, eine Produktkettenzertifizierung nach diesen Standards ist als Einzelmaßnahme nicht geeignet, um seinen Druckbetrieb als besonders umweltfreundlich darzustellen. Im Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen kann eine entsprechende Zertifizierung aber durchaus sinnvoll sein.

Hinweis zu Papieren die nach FSC oder PEFC zertifiziert sind: Längst nicht alle Papiere sind entsprechend zertifiziert. Die Auswahl ist also eingeschränkt, was bereits bei der Konzeption eines Druckproduktes berücksichtigt werden sollte.

Blauer Engel für Druckerzeugnisse

Klar, das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ kennst du. Dieses Siegel kennzeichnet besonders umweltschonende Produkte & Dienstleistungen. Bisher konntest du als Auftraggeber von Druckprodukten Papiere mit diesem Umweltsiegel einsetzten, um eine gewisse Umweltverträglichkeit zu kommunizieren. Seit Anfang 2015 ist es jedoch auch möglich, ein gesamtes Druckerzeugnis mit dem Blauen Engel auszuzeichnen. Die Kriterien hierfür sind hoch. Sie umfassen beispielsweise folgendes:
  • Druckprodukte müssen überwiegend aus Papier oder Karton bestehen
  • Die eingesetzten Papiere & Kartons müssen überwiegend aus Recyclingfasern hergestellt sein
  • Nachwachsende Rohstoffe, in z.B. Farben, dürfen nicht gentechnisch verändert sein
  • Klebstoffe, Farben, usw. müssen unbedenklich gegenüber Umwelt & Gesundheit sein
  • Das Produkt muss recycelbar & deinkbar sein

Auch die Öko-Druckerei selbst, muss Anforderungen erfüllen, damit sie Druckprodukte mit dem Blauen Engel auszeichnen darf. Dazu gehören beispielsweise:

  • Zertifizierung nach EMAS
  • Quantifizierte Umweltziele, mit Definition von zeitlichen Zielen
  • Energiemanagementsystem nach ISO 50001
  • Aktuelle Umweltpolitik & aktuelles Umweltprogramm
  • Bereitstellung diverser Kennzahlen
  • Regelmäßige Prüfung diverser technischer Anlagen in der Druckerei

Der Blaue Engel belegt also nicht nur ein weitestgehend umweltfreundliches & gesundheitlich unbedenkliches Druckprodukt. Auch die Druckerei muss umfangreiche Maßnahmen im Bereich der Ökologie belegen. Druckereien, die autorisiert sind, den Blauen Engel für Druckerzeugnisse anzubieten, arbeiten daher mit großer Wahrscheinlichkeit besonders umweltfreundlich.

Hinweis zum Blauen Engel für Druckerzeugnisse: Bereits in der Konzeptionsphase eines Druckproduktes, welches mit dem Blauen Engel zertifiziert werden soll, muss beachtet werden, dass die Auswahl an zugelassenen Papieren eingeschränkt ist.

Maßnahmen

Zertifizierungen beinhalten immer auch konkrete Maßnahmen. Einzelne Maßnahmen funktionieren jedoch auch ohne irgendwelche Zertifizierungen. Der Umwelt ist es ja völlig egal, ob eine Druckerei nach einem Umweltmanagementsystem zertifiziert ist oder eben nicht. Folgend beschreibe ich einige konkrete Maßnahmen, die in Druckereien oft umgesetzt werden & geeignet sind, die Umweltleistung zu verbessern. Ich bin jedoch nicht der Meinung, dass ein paar wenige Maßnahmen ausreichen, um eine Druckerei als besonders umweltfreundlich zu deklarieren.

Klimaneutrales Drucken

Das klimaneutrale Drucken, auch C02-kompensiertes Drucken oder CO2-neutrales Drucken genannt, beschreibt einen Prozess, in dem die auftragsspezifischen CO2-Emissionen (& deren Äquivalenzen) mit Berechnungsmodellen (relativ genau) ermittelt & quantifiziert werden können. Mit branchenspezifischen CO2-Rechnern lassen sich also klimaschädliche Emissionen ermitteln, die bei der Produktion eines spezifischen Druckauftrags anfallen. Die berechneten Emissionen werden in Kilogramm angegeben & lassen sich anhand dieser Bezugsgröße monetär bewerten. Du zahlst also Geld für die durch deine Druckproduktion angefallenen Emissionen & dieses Geld fließt in Klimaschutzprojekte, die geeignet sind, um Emissionen an anderer Stelle zu vermeiden. Dies sind beispielsweise Maßnahmen im Bereich Aufforstung oder Aufbau regenerativer Energiequellen in Drittländern.

Es gibt auch Ökodruckereien, welche Ihre gesamten Emissionen pauschal über entsprechende Zertifikate kompensieren. Die Höhe der zu zahlenden Gelder ist dabei abhängig von der Höhe der verursachten Emissionen. Der wirtschaftliche Anreiz, die Emissionen über weitreichende Umweltschutzmaßnahmen zu senken um die Ausgaben für entsprechende Zertifikate zu verringern, ist aber gering, da die Kosten für Klimaschutzzertifikate nicht besonders hoch sind.

Ich denke, dass die reine Implementierung eines CO2-Rechners kein starkes Indiz für eine ökologisch ausgerichtete Unternehmensstrategie ist. Zwar müssen sich alle Betriebe, die einen entsprechenden Rechner implementieren möchten, einem kleinen Öko-Audit unterziehen & es gilt der Grundsatz

Vermeiden, Reduzieren & erst dann kompensieren

aber in meinen Augen reicht das nicht weit genug. Schließlich ist die Implementierung und Nutzung eines CO2-Rechners nicht von der Umweltleistung der Druckerei abhängig. Aber: Für viele Druckereien mag die Implementierung eines C02-Rechners ein guter Einstieg in den Umweltschutz sein, aus dem sich möglicherweise ein stärkeres Engagement entwickeln kann. Ich denke, dass eine Öko-Druckerei immer die Berechnung von Emissionen und anschließende Kompensation spezifischer Druckaufträge anbieten sollte. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jede Druckerei, die diese Möglichkeit anbietet, besonders umweltfreundlich agiert.

Im Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen ist die Kompensation (auch Stilllegung, Ausgleich oder Neutralisierung genannt) von CO2-Emissionen jedoch ein toller Weg, um zukünftig & an anderer Stelle klimaschädliche Gase zu vermeiden. Nicht nur das: Gute Projekte, die mit entsprechenden Geldern gefördert werden, haben möglicherweise auch größere & weitreichendere Dimensionen, wie folgendes Beispiel belegt:

Bau eines Kleinwasserkraftwerks am Virunga Nationalpark, Kongo. Das Wasserkraftwerk soll 600.000 Einwohner mit elektrischer Energie versorgen, die gegenwärtig aus Holzkohle gewonnen wird, welche wiederum aus den Bäumen des Nationalparks hergestellt wird. Ohne eine alternative Energiequelle wird der ca. 7800 Quadratkilometer große Nationalpark in 10 Jahren komplett abgeholzt sein. Das Projekt spart also Emissionen ein, schützt den Urwald sowie alle dort lebenden und teilweise sehr seltenen Arten. Die finanzielle, gesellschaftliche & gesundheitliche Situation der Einwohner wird verbessert & das Kraftwerk soll 50.000 Tonnen CO2-Äquivalente einsparen.

Ökostrom

Der Bezug von Strom aus regenerativen Quellen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Durch einen einfachen Wechsel des Stromanbieters lassen sich immens viele Emissionen im Druckereibetrieb einsparen. Der Bezug von Ökostrom ist eine sinnvolle & leicht umzusetzende Maßnahme im Bereich der Ökologie & sollte immer eine Grundvoraussetzung sein. Die Druckerei sollte den Ökostromanbieter jedoch nennen. Denn auch bei der Stromerzeugung wird Greenwashing betrieben. So gibt es bspw. Anbieter, welche den Strom aus Überproduktionen skandinavischer Wasserkraftwerke aufkaufen. Dies ist kein optimales Vorgehen.
Um dir die Relevanz der Energieerzeugung aus regenerativen Quellen zu verdeutlichen, folgt hier ein kleines Beispiel:
CO2-Ausstoß in Gramm pro Kilowattstunde bei der Stromerzeugung (2013) aus

 

Braunkohle: 1059,5 g/kwh
Öl: 768,7 g/kwh
Gas: 400,1 g/kwh
Windenergie: 8,09 g/kwh

 

Auch wenn der gesamte Strombedarf heute noch nicht aus regenerativen Quellen erfolgen kann, so ist der Bezug von Ökostrom doch ein klares Statement an Industrie & Politik.

Ausschließlicher Einsatz von Recyclingpapieren

Öko-Druckereien, welche ausschließlich Recyclingpapiere einsetzten, sind (noch) selten. Die eingesetzten Papiere haben jedoch oft den größten Einfluss auf die Umweltbilanz einer Drucksache. Recyclingpapiere verbrauchen deutlich weniger Energie, Wasser & Rohstoffe als Papiere aus Frischfasern. Bieten Öko-Druckereien ausschließlich Recyclingpapiere an, verzichten sie hiermit auf einen Kundenstamm, der Papiere aus Frischfasern bevorzugt. Daher ist diese Maßnahme mutig, sinnvoll & sollte unbedingt honoriert werden.

Es gibt aber auch nachhaltige Druckereien, die ihre Kunden intensiv & aktiv über den Einsatz von Recyclingpapieren informieren. Auch dies ist für mich ein absolut gangbarer Weg. Schließlich bewegen wir uns bei ökologischen Fragestellungen immer auch im Spannungsfeld wirtschaftlicher Zwänge & individueller Kundenbedürfnisse.

Bio-Druckfarben

Konventionelle Druckfarben bestehen zu größeren Teilen aus Mineralölen & deren Derivaten. In Bio-Druckfarben werden diese Bestandteile durch Baumharze, Pflanzenöle & ggf. auch Bienenwachse ersetzt. Generell lässt sich sagen, dass Bio-Druckfarben umweltfreundlicher sind, als konventionell hergestellte Druckfarben. Bestenfalls sind die eingesetzten Farben auch kennzeichnungsfrei (keine Kennzeichnung als Gefahrstoff) und verwenden keine Metalltrockner, wie Kobalt- oder Magnanverbindungen.
Bio-Druckfarben sollten kennzeichnungsfrei sein und ohne Metalltrockner auskommen.

Auch wenn die Umweltauswirkungen der eingesetzten Druckfarben eines Druckproduktes im Vergleich gering sind, ist dies eine sinnvolle Maßnahme hin zu einem umweltfreundlicheren und gesundheitlich unbedenklicheren Druckprodukt.

Verzicht auf UV-Trocknung

Die UV-Trocknung ist mittlerweile relativ weit verbreitet, denn sie bietet einen entscheidenden Vorteil: Die Farben härten noch in der Druckmaschine aus & die Druckbogen können sofort & ohne Trocknungszeiten der Weiterverarbeitung zugeführt werden. UV-Farben trocknen also nicht, sondern sie härten auf der Papieroberfläche aus und bilden dabei einen dünnen Kunstofffilm auf der Papieroberfläche.

Aus ökologischer Sicht haben UV-Farben jedoch 2 große Nachteile:

  • Ausgehärtete UV-Druckfarben bilden eine Kunststoffschicht auf dem Druckbogen. Dies erschwert oder verhindert das Recycling entsprechender Druckprodukte. Zudem ist Kunststoff aus ökologischer Sicht immer ein Problemfall.
  • Der Energieverbrauch ist höher als bei einer konventionellen Trocknung.

Meiner Meinung nach sollte eine Öko-Druckerei, die es mit dem Umweltschutz ernst meint, immer auf eine UV-Trocknung verzichten, um glaubwürdig zu sein.

Auch wenn keine UV-Trocknung eingesetzt wird, kann das Papierrecycling erschwert oder unmöglich werden. Beispielsweise betrifft dies bestimmte Druckverfahren oder Druckveredelungen.

Mitarbeitermotivation & Verhaltensänderungen

Umweltschutzmaßnahmen in Organisationen aller Art können nur erfolgreich sein, wenn die Mitarbeiter diese Idee auch akzeptieren & entsprechende Maßnahmen gewissenhaft sowie dauerhaft umsetzten. Der betriebliche Umweltschutz kann daher niemals vom Management durchgedrückt werden. Umfangreiche Gespräche & Aufklärungsarbeiten sind zu leisten. Nur wenn die eigenen Mitarbeiter den Umweltschutz “leben“ wird dies auch eine Strahlwirkung auf das private Verhalten haben. Zudem sollte immer ein gut funktionierendes, internes Vorschlagswesen implementiert sein. So werden Mitarbeiter motiviert, eigene Ideen zur Verbesserung der Umweltleistung einzubringen. Hier ein paar private & geschäftliche Maßnahmen, die geeignet sind die eigene sowie betriebliche Ökobilanz zu verbessern:
  • Bildung von Fahrgemeinschaften
  • Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr oder auf das Fahrrad
  • Vermeidung von Flugreisen (privat & geschäftlich)
  • Implementierung eines internen Vorschlagswesens (Mitarbeiter bringen eigene Ideen zur Verbesserung der Umweltleistung ein)
  • Vermeidung langer Strecken bei Kundenbesuchen
  • Weitestgehender Verzicht auf Fleisch (in der Kantine & privat)
  • Einsatz von Recyclingpapieren für private & geschäftliche Korrespondenz
  • Bewegungsmelder für Raumbeleuchtung
  • Vermeidung von Standy-Betrieben

Weitere Umweltschutzmaßnahmen in Öko-Druckereien

Selbstredend kann ich an dieser Stelle nicht alle Maßnahmen aufführen, die geeignet sind um die Umweltleistung von Druckereien zu verbessern. Dennoch, folgend findest du noch eine kleine Auflistung, unkommentiert & ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
  • Wärmerückgewinnungsanlagen
  • Papermanagement zur Vermeidung unnötiger Strecken bei der Papieranlieferung
  • Photovoltaikanlagen auf z.B. dem Dach der Druckerei
  • Reduzierung von Verpackungsmüll
  • CO2-neutraler Versand
  • CO2-neutrales Hosting der Firmenwebseiten
  • Regelmäßige Überprüfung der Druckluftanlagen auf Leckagen
  • Etablierung stabiler Prozesse zur Vermeidung unnötiger Makulaturen
  • Alkoholfreier, alkoholreduzierter oder wasserloser Offsetdruck
  • Waschmittelrecycling
  • Wasserloser Offsetdruck
  • Chemiefreie Druckplattenbebilderung

Ist weniger schlecht gleich gut? Meine Empfehlung bei der Auswahl einer Öko-Druckerei.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Drucken keine für die Umwelt saubere Angelegenheit ist. Es gibt aber ein Potpourri an Maßnahmen, um die Umweltbelastung auf ein Minimum zu reduzieren. Aber nicht alle Druckereien, die behaupten besonders umweltschonend zu agieren, streben dieses Minimum an. So tummeln sich am Markt viele Produktionsbetriebe, welche eine besonders umweltschonende Produktionsweise suggerieren. Diese Produktionsbetriebe sind auf den ersten Blick nur schwer von jenen zu unterscheiden, die es wirklich ernst meinen mit der ökologischen Ausrichtung ihrer Druckerei.

Folgend habe ich die in meinen Augen vier wichtigsten Punkte aufgelistet, die es dir einfacher machen sollen, eine aufrichtig im Umweltschutz engagierte Druckerei zu identifizieren.

Regelmäßige Veröffentlichung einer Umwelterklärung

Durch eine regelmäßig erscheinende Umwelterklärung macht eine Öko-Druckerei ihr Umweltschutzengagement transparent. Du hast also die Möglichkeit herauszufinden, welche konkreten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden & welche positiven Umweltauswirkungen diese haben. Eine Umwelterklärung kann jede Druckerei veröffentlichen – völlig unabhängig von irgendwelchen Zertifizierungen, wie diese beispielsweise von der EMAS kommen.

Aktive Kundenberatung im Bereich Recyclingpapiere

Die bei einer Drucksache eingesetzten Papiere haben einen sehr großen Einfluss auf die Umweltverträglichkeit. Recyclingpapiere sind deutlich umweltfreundlicher als Papiere aus Frischfasern & daher immer vorzuziehen. Eine Öko-Druckerei, die ihre Kunden in diesem Bereich aktiv berät oder sogar ausschließlich Recyclingpapiere anbietet, trägt folglich einen großen Teil dazu bei, Druckprodukte umweltfreundlich herzustellen. Ich halte dieses Vorgehen (in Kombination mit anderen Maßnahmen) daher für besonders glaubhaft.

Blauer Engel für Druckerzeugnisse

Öko-Druckereien, welche Drucksachen nach dem Blauen Engel für Druckerzeugnisse zertifizieren lassen können, müssen viele umwelttechnische Anforderungen erfüllen. Dies schließt beispielsweise auch den Einsatz von Recyclingpapieren, den Verzicht auf UV-Trocknung & die Veröffentlichung einer Umwelterklärung mit ein. Die Möglichkeit der Vergabe dieses Siegels ist daher für mich eines der stärksten Indikatoren für einen Druckereibetrieb, der es wirklich ernst meint mit dem Umweltschutz. Allerdings gibt es erst wenige Druckereien, die in der Lage sind, diese hohen Anforderungen zu erfüllen.

Klimaneutrales Drucken

Bei der Herstellung von Drucksachen entstehen immer umweltschädliche Emissionen. Eine Druckerei kann nur die Mengen innerhalb bestimmter Grenzen reduzieren. Es macht folglich Sinn, unvermeidbare Emissionen über Klimaschutzzertifikate zu kompensieren. Mit CO2-Rechnern lässt sich relativ exakt ermitteln, wie viele Emissionen durch deinen Druckjob entstehen. Die Menge der Emissionen bestimmt die Höhe der Zahlungen für entsprechende Zertifikate. Mit den eingenommenen Geldern werden Projekte realisiert, die es an einem anderen Ort und zu einer späteren Zeit ermöglichen, Emissionen einzusparen. Aber Achtung: Eine aufrichtige Öko-Druckerei sollte in meinen Augen immer auch das klimaneutrale Drucken anbieten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jeder Betrieb, der diese Möglichkeit bietet, auch eine aufrichtige Öko-Druckerei ist.

Die genannten Faktoren sind starke Indikatoren dafür, dass Druckereien besonders umweltfreundlich agieren. Wenn du jedoch auf der Suche nach einer Öko-Druckerei bist, an die du langfristig Jobs vergeben möchtest, empfehle ich dir, weitere Informationen einzuholen. Nicht alle Betriebe haben die finanziellen Mittel für entsprechende Maßnahmen und Zertifikate. Und Druckereien, welche diese Mittel haben, müssen nicht zwingend aufrichtig dem Umweltschutz verpflichtet sein. Lass dich beraten und dir erklären, welche konkreten Maßnahmen in den Druckereien gegenwärtig und zukünftig umgesetzt werden. Im persönlichen Gespräch und mit den hier vermittelten Wissen wirst du sicherlich schnell ein Gespür dafür bekommen, welche Druckerei es ernst meint mit dem Umweltschutz.
Im nächsten Artikel dieser Serie erfährst du, was du als Gestalter & Auftraggeber von Druckjobs tun kannst, um ein möglichst umweltschonendes Produkt herstellen zu lassen. Denn die Verantwortung für ein Druckprodukt, welches freundlich zur Umwelt ist, liegt auch bei dir. Hier geht es zum Artikel:

Umweltfreundliches Drucken ist keine Raketenwissenschaft! 10 smarte Expertentipps für Gestalter & Printbuyer.

Dieser Artikel wird in ähnlicher Form im Buch mit dem Arbeitstitel “Kompendium zur nachhaltigen Druckmedienproduktion“ im November 2018 erscheinen. Hier auf PRINTELLIGENT kannst du den Entstehungsprozess live mitverfolgen. Du bist eingeladen, Artikel konstruktiv zu kommentieren & Themenvorschläge einzureichen.
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9 Kommentare

  1. Auch wenn ich das meiste schon kannte: so umfassend und kompakt habe ich die relevanten Punkte in einem Artikel noch nie zusammengefasst gesehen. Vielen Dank dafür!

    Vielleicht noch zwei Ergänzungen:
    – Bei den Audits und Zertifikaten erscheint mir das GWÖ-Testat (Bilanz nach Gemeinwohlökonomie) erwähnenswert, zumal bereits mehrere Druckereien in Deutschland und Österreich nach GWÖ bilanzieren.
    – Beim Punkt Ökostrom ist es wichtig, genau hinzuschauen: Viele der Tarife sind nur am Strommarkt aufgekaufte Überproduktionen aus skandinavischer Wasserkraft. Das ist dann vergleichbar mit CO2-Zertifikaten. Echter Ökostrom (hier sollte die Druckerei den Anbieter nennen) investiert in eigene oder zumindest neue regenerative Energiequellen und das zu 100 %.

  2. Ich könnte noch eine ganze Menge ergänzen, aber mir brennen eine paar Punkte auf der Seele:

    FSC / PEFC sind leider total intransparent und es ist bekannt, das sie auch aus unbekannten Quellen Holz aufkaufen. Diesen Sigeln schenke ich schon lange keinen Glauben mehr und gehören für mich wie der WWF und MSC zum Etikettenschwindel.

    Recyclingpapiere: Es ist ein Irrglaube, das diese umweltfreundlich sind.
    Ein paar Punkte dazu: Papier welches wir in die Papiertonne tun, ist aufgrund unterschiedlicher Veredlungen/Druckverfahren/Papierarten usw. kaum zu trennen und zu recyclen. Das wenige Altpapier das zu Recyclingpapier wird, braucht viel Energie, Wasser und Chemie, um daraus Recyclingpapier zu machen.
    Das 3. Problem ist: Das der Bedarf von Recyclingpapier so groß ist, das gar nicht genug Altpapier vorhanden ist, sodass neue Cellulose zu Recyclingpapier gefaked wird. Das hat mich sehr geschockt, als ich diese Sachverhalte kennen lernen musste.

    Ein weiteres Problem, was du nicht angesprochen hast, ist die Buchbinderische Weiterverarbeitung. Fadenheftungen bestehen seit Jahren aus Plastik, ebenso Lesebändchen. Überhaupt das Plastik, das für Buchveredlungen (Folienkaschierungen, verpflichtende Folienverpackungen für Amazon etc.) eingesetzt wird.

    Daher ist meine Divise: Der Druckerei und Buchbinderei viele Fragen stellen und erfahren wer wirklich an Veränderungen interessiert ist und selber Printprodukte bestellen, von denen man weiß, dass man nicht das umweltschädlichste bestellt (Verzicht auf Glanzlacke etc.). Auch wenn man weiß, das Druckereierzeugnisse nach wie vor zum größten Teil umweltschädlich sind. Und der Ablasshandel vieler Druckereien macht es noch schlimmer…

    Was mich am meisten frustriert, ist die Tatsache, wie wenige umweltfreundliche Druckereien es gibt und wie herkömmliche Druckereien kommunizieren und die Umweltprobleme verleugnen. Bei vielen darf man das Thema gar nicht anschneiden, da wird man schon unfreundlich behandelt.

    Danke für deine Zusammenfassung. So ausführlich habe ich es noch nie gelesen….
    Herzliche Grüße, Jana

    1. Liebe Jana, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar!
      In diesem Artikel geht es ausschließlich um die Auswahl einer umweltfreundlichen Druckerei.
      Viele der von dir aufgeführten Einwände beziehen sich auf die Ausstattung einer Drucksache.
      Diese Aspekte beleuchte ich teilweise in diesem Artikel über das umweltfreundliche Drucken:

      https://printelligent.de/umweltfreundlich-drucken/

      Ganz ausführlich wird es dann in meinem Ratgeber, der in den kommenden Monaten als Buch erscheinen soll.

      Völlig unabhängig davon hast du natürlich mit allen deinen Argumenten recht. Drucken ist immer eine dreckige Angelegenheit. Mit geeigneten Strategien hat man lediglich die Möglichkeit, die entsprechenden Umweltauswirkungen zu minimieren.

      Grüße
      Marko

      1. Hallo Marko,
        ich sehe Druckerei und Buchbinderei eigentlich als eine Sache, weil viele Printprodukte auch eine Buchbinderei brauchen. Aber da sieht man, wie komplex die ganze Geschichte ist.
        Ich habe deinen Newsletter abonniert, denn ich bin sehr gespannt auf dein Buch. Ich kenne mich dazu recht gut aus, also wenn du ein Feedback brauchst, kannst du mich gerne fragen.
        Ich selber schreibe auch an einem neuen Buch zur Naturfotografie und ich möchte dieses im Eigenverlag ökologisch drucken und binden lassen. Das stellt mich vor eine große Herausforderung und der Frage wo man einen Kompromiss machen muss, dass kannst du dir sicherlich vorstellen…
        Viele Grüße
        Jana

        1. Hey Jana, klar, irgendwo muss du einen Kompromiss machen. Ich denke, man darf die Sache auch nicht zu verkopft angehen. Wenn einige Regeln beachtet werden, dann ist ja schon viel gewonnen. Gerne komme ich auf dein Angebot zurück und kontaktiere dich, sollten Fragen auftauchen.

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